Fluchtvorbereitungen
Schon seit Jahr und Tag glaubten damals nur noch Phantasten, dass dieser unglückselige Krieg zu einem guten Ende führen werde. Die Front rückte immer näher, und schon im Januar 1945 hörten wir im Radio von der Bildung eines Oderbrückenkopfes nördlich von Ratibor. Flüchtlinge aus Ost-Oberschlesien, Dauereinquartierung, vereinzelte russische Fliegerangriffe und Kanonendonner waren die sicheren Anzeichen dafür, dass auch unsere Heimat nicht von der Furie des Krieges verschont bleiben würde. Es begann bald ein Leidensweg für die Knispler, der bis zur Grenze des Menschenmöglichen und Erträglichen ging....weiter...

Zurück in die Heimat 
Die Not im Lager steigerte sich von Tag zu Tag. Nach etwa einer Woche hieß es plötzlich, daß es nach Hause gehe. Ein Sturm auf alle Fahrzeuge begann, da viele alte Leute und auch Kleinkinder, die keine Fahrgelegenheit besaßen, noch zusätzlich auf alle Fahrzeuge verteilt wurden. Soldaten wurden mit Zivilkleidung versehen und, soweit dies möglich war, mit Ausweisen wie Invalidenkarten und dergleichen. Manche zeigten neben der weißen Fahne auch rote Tücher. Es begann der Leidensweg durch feindliches Land, eskortiert von tschechischer Miliz und russischen Soldaten. ...weiter...

Die Polen rücken ein
Mitte Juli kamen dann Polen aus der Gegend von Lemberg und belegten viele noch erhalteme Häuser für sich. Wir Deutsche wurden immer mehr in wenige Häuser zusammengedrängt. Der Typhus war längst ausgebrochen und forderte viele Opfer.
Am Morgen des 7. Septembers zwischen 5 und 6 Uhr erschien plötzlich bewaffnete polnische Miliz im Dorf und trieb uns alle in Schule und Schulhof zusammen. Wir waren wieder in einem Lager zusammengepfercht. . ..weiter...

Aus der Heimat vertrieben
Inrwischen war von den Polen allgemein bekannt gegeben worden, daß wir ausgesiedelt würden. Nur der Zeitpunkt wurde noch geheim gehalten. Wir konnten uns jetzt wenigstens darauf einrichten und verpackten die wenigen Habseligkeiten, die uns noch geblieben waren und die man tragen konnte, in Säcken und Bettlaken. Dem polnischen Gemeindeboten hatten wir einige Sachen zugesteckt, die wir doch nicht mitnehmen konnten. Durch ihm erfuhren wir dann den Termin der Ausweisung einen Tag vor der öffentlichen Bekanntgabe. Unser Pfarrer, Hauptlehrer Ryba und einige andere waren bereits einige Tage vor uns vertrieben worden.  ...weiter...