Sitte und Brauchtum im Lebenslauf
„Die Geburt eines gesunden Kindes wurde von allen Familienmitgliedern dankbar und freudig aufgenommen. Die Wöchnerin wurde zu Hause gepflegt und betreut. Von den Verwandten und Nachbarn wurde ihr eine Täubchensuppe gebracht, die sie bald wieder zu Kräften bringen sollte.
Die Taufe eines Kindes (Stipp) erfolgte bereits am dritten Tag nach der Geburt. Der Täufling wurde in das Steckkissen gelegt, darüber breitete man die Taufdecke. An ihr wurde ein Kränzchen aus Myrte befestigt, das mit einem Schleifchen versehen war, für Jungen hellblau, für Mädchen rosa.
Beim Zurückbringen des Kindes nach der Taufe wurde beim Eintritt in das Haus gesagt: „Einen Heiden haben wir fortgetragen, einen Christen bringen wir wieder“. ...weiter...

Brauchtum im Jahresablauf und kirchliche Feste
„Der erste große Festtag im Jahr war am 26. Januar „Kaisers Geburtstag“. Um 8.00 Uhr war ein Festgottesdienst für alle Dorfbewohner. Die Kinder hatten schulfrei. Sonntäglich gekleidet gingen die Kinder nach der Messe zur Feier. Hauptlehrer Bratke, der Gemeindevorsteher und die Schöffen erschienen im Schwalbenschwanz (Schiessle – Rock). Einige Schüler sagten Gedichte auf, die dem Festtag entsprachen. Die Unterklasse sang unter der Leitung des Lehrers Parusel. ...weiter...

Sitte und Brauchtum im Ablauf des Arbeitslebens
Frühjahrsbestellung

Bereits nach der letzten Fasching, wenn die Sonne wieder höher stieg, begann man mit den vorbereitenden Arbeiten für die Frühjahrsbestellung. Dies konnte man auch in der Schmiede und beim Stellmacher beobachten. Neue Geräte wurden gefertigt und Reparaturen ausgeführt. Unsere Väter waren bei der Instandhaltung der Arbeitsgeräte peinlich genau. Das Saatgut wurde gereinigt und bereit gehalten. ...weiter...

Mundartliche Ausdrücke
Von AATERN (Garben einlagern in der Scheune) über MAIPOOTSCH (Maikäfer) bis ZEKER (Schulranzen). Vornamen von ANNEMIE (Annemarie) bis TON (Anton). LOCKRUFE für Tiere. ...weiter...